Politik

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Göttinger Immobilien im Ausverkauf

Nun Eigentum eines Comfort-Gesellschafters: Groner Straße 32 und 33
Nun Eigentum der Aachener Grund: Groner Straße 32 und 33. © kli

Im Falle der ehemaligen Gebäude 32 und 33 der Groner Straße, ehemals angemietet von den Filialisten Nanu Nana und der Drogerie Rossmann, ist das Geschäft bereits abgeschlossen und abgemacht. Ein Gesellschafter der Comfort hat beide Gebäude für eine neue Espritmietfläche von rund 1100 m2 erworben. Die Objekte sind bereits von Comfort ins Eigentum der Aachener Grundvermögen übergegangen (s. Artikel: Don Camillo). Wie auf der Homepage zu lesen, ist dies nur „der erste Schritt zu einer neuen prosperierenden 1 A-Lage“. Nach Fertigstellung werde das Objekt durch einen Fonds der Aachener Grundvermögen aus Köln übernommen. Weiter heißt es: „Diese Projektentwicklung hat eine Pilotfunktion und kann signifikante Änderungen des Einzelhandelsgefüges am Mikrostandort durch Ansiedlung weiterer Magnetbetriebe einleiten. Es liegt vor allem auch an der Stadt, diese großartige Entwicklungs-Chance zu nutzen.“

Unermüdliche Investoren?

Eine Reaktion auf den Artikel „Investoren unermüdlich“ im Göttinger Tageblatt vom 2. Februar 2006, Seite 32

Investor I: Comfort
Ein Blatt hat bekanntlich zwei Seiten. Es ist einfach, nun der Stadt Göttingen etwas in die Schuhe zu schieben. Ein Teil der Gründe für den Rückzug von Comfort (Centrum) liegt wahrlich wesentlich tiefer. Comfort hat für Göttinger Verhältnisse den Hauseigentümern Preise angeboten, die bei den derzeitigen Marktbedingungen teilweise jenseits von Gut und Böse sind. Da wird die Luft wahrlich dünn, um noch befriedigende Gewinnmargen zu erzielen und eine Bankfinanzierung zu bekommen. Das Konzept setzt daher wirtschaftlich auf einen Abriss des Viertels und vollständigen Neubau. Denn nur der lässt sich rechnen. Und auch dann nur, wenn ein Interessent wie Aachener Grund im Hintergrund lauert und die Immobilie dann zu einem für Göttingen unüblichen hohen Kaufpreisfaktor zu übernehmen vermag. Hier ist nun etwas Sand in das Getriebe geraten. Da in Göttingen, der Verwaltung sei Dank, diese offensichtlich gründlicher als in vielen anderen Kommunen arbeitet. Der Investor wird sicher noch nicht vollständig locker lassen, aber unter etwas veränderten Bedingungen kann er das Projekt nicht durchführen. Zudem Aachener Grund in der letzten Zeit immer mehr unter Beschuss gerät (s. Artikel: Don Camillo).

Investor II: Max Bahr
Das Unternehmen Max Bahr hofft nun laut Göttinger Tageblatt-Artikel darauf, dass die entfachte Diskussion um ein investorenfeindliches Klima zu einem positiven Bescheid für einen Bau- und Gartenmarkt auf der Siekhöhe führt. Da hat sich jedoch wahrscheinlich ein Grundstücksinvestor zu früh gefreut. Erst einmal muss die Stadt einer Änderung des betreffenden Baugebiets zum Sondergebiet zustimmen, dann würden auf der Siekhöhe 15.000 bis 20.000 qm Einzelhandel entstehen. Welche fatalen Auswirkungen das auf die Göttinger Innenstadt hätte, zeigt ein renommiertes Gutachten von Professor Dr. Vogels, GMA Ludwigsburg, das untersucht, wie sehr ein Baumarkt mit wesentlichen Anteilen an innenstadtrelevanten Sortimenten ganze gewachsene Strukturen nachhaltig beeinflusst. Hier steht die Stadt also bisher absolut auf der Seite gesunder und intakter Innenstadtstrukturen. Der Standort Siekhöhe darf nicht zu einer Stadt außerhalb der Stadt werden. Es sind vielmehr gewachsene Gebiete wie der Lutteranger, die neben der Innenstadt Beachtung verdienen.

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