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Preistreiber Treibstoff

Muss sich der Verbraucher die Benzinpreise wirklich täglich neu diktieren lassen?

Sprit der freien Tankstellen ist genau so gut, aber billiger.
Sprit der freien Tankstellen ist genau so gut, aber billiger. © kli

Beide, BP und Shell, haben enorme Gewinnsteigerungen zu verzeichnen, das ist sicher. Mit den Aktivitäten in Deutschland erwirtschaftete Shell im Jahr 2004 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro. So lässt Shell selbst auf eigener Homepage verlauten. Weiter heißt es, dass Shell an Explorations- und Förderprojekten in über 45 Ländern beteiligt sei und seine Produktion an Erdöl, Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen sich auf rund 3,8 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern) belaufe. Die von BP auf eigener Homepage veröffentlichten Finanzdaten bezeugen ebenfalls, dass das Geschäft immer besser und gewinnträchtiger läuft. Da mutet es recht eigenwillig an, dass beide Konzerne sich veranlasst sahen und sehen, Mitarbeiter zu entlassen.

Die gestiegenen Rohölpreise: ein Argument mit Haken

Gestiegene Rohölpreise: Alles Makulatur. Wer kassiert?

1980 waren die Rohölpreise auf demselben Niveau wie 2004. Im Schnitt kostete der Barrel 35 bis 38 US-Dollar. 2004 bewegte sich der Preis zwischen 33 und 38 Dollar je Barrel. 1980 kostete der Liter Treibstoff im Schnitt 55 bis 60 Cent, 2004 kostete der Treibstoff hingegen 98 bis 115 Cent. In den Jahren nach 1980 fiel der Preis für Rohöl drastisch, die Literpreise für den Treibstoff stiegen aber kontinuierlich. Ein interessanter Link: www.mwv.de. Hier gibt es Statistiken zu den Preisentwicklungen.

Pro Tag würden rund 25 Millionen Tankstellen-Kunden weltweit den Service von Shell nutzen, verkündet Shell stolz auf eigener Homepage. Doch muss das so sein? Muss der Verbraucher auch noch diejenigen unterstützen, die auf seine Kosten versuchen ihre Gewinnspannen jährlich zu steigern? Treibstoffe wie Ultimate Diesel wurden auf jeden Fall nur herausgebracht, um den Kunden das Geld aus den Taschen zu ziehen. Laut ADAC, Auto Motor Sport und auch Auto Bild bringen derartige Produkte keinerlei zusätzlichen Vorteil, sondern kosten nur mehr. Ob Ultimate Dieselkraftstoff, ob der Supertreibstoff Ultimate 100 von Shell: Ohne irgendeine Verbesserung gegenüber anderen Treibstoffen zu haben, bezahlt der Kunde für derartige Produkte gleich bis zu 10 Cent mehr pro Liter.

Der Verbraucher muss derartige Produkte jedoch gar nicht erst kaufen. Er hat mehr Macht, als er denkt. Er muss seine Macht nur erkennen und nutzen.

10 Tipps für den Verbraucher

Tipp 1
Bei hohen Treibstoffpreisen nur kleine Mengen tanken. Wenn der Sprit billig ist, voll tanken.

Tipp 2
Sprit der freien Tankstellen ist genau so gut, aber billiger.

Tipp 3
Deutschlands Sprit kommt aus den gleichen Raffinerien, ob Aral, Shell, freie oder andere - gleicher Sprit, gleiche Qualität aus dem gleichen, großen Tank der Raffinerien.

Tipp 4
Punktesammeln ist nur eine Marketingmasche.

Tipp 5
Spritbewusst fahren.

Tipp 6
Bewusst auf die ohnehin zu teuren Artikel aus dem Tankstellenshop verzichten.

Tipp 7
Zwei hilfreiche Links: clevertanken.de und billigertanken.de

Tipp 8
Treibstoffe wie Ultimate 100 sind nicht besser, sondern nur teurer.

Tipp 9
Markenöle sind im Baumarkt oder SB-Warenhaus um 50 % billiger

Tipp 10
Sich im Voraus erkundigen, an welchen Tankstellen und in welchen Orten (oder gar auch Ländern) das Benzin am billigsten ist. Mögliche Informationsquellen bietet das Internet. Doch auch der ADAC stellt eine sehr gute Informationsquelle dar.

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