Politik

Antwort von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN auf die Fragen in unserem Offenen Brief

Stellvertretend für die Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN beantwortete der baupolitischer Sprecher Bürgermeister Ulrich Holefleisch unseren Fragebogen wie folgt:

1. Was verbindet Sie persönlich mit Göttingen und der Göttinger Innenstadt?

Mit Göttingen und der Innenstadt, verbinde ich mein Leben, dass ich zu einem großen Teil in der Göttingen verbringen durfte. Damit verbunden sind zahlreiche positive Erkenntnisse und Gefühle.

2. Was gefällt Ihnen an Göttingen nicht?

Der Winter und dass Göttingen zu wenig Wasser hat (das Meer ...)

3. Wo kaufen Sie ein? Gibt es Geschäfte, in denen Sie Stammkunde sind? Was gefällt Ihnen an diesen Geschäften?

Den Großteil meiner Einkäufe tätig ich in der Innenstadt und bei TEGUT (Nahversorgungsbereich auf den Zieten). Mir gefällt im besonderen die Freundlichkeit, die Qualität der Leistungen und die Überschaubarkeit („Alles nahe bei...“)

4. Welche Geschäfte sind ihrer Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß? Inwiefern benötigen die Göttinger Innenstadt und ihr Handel eine Veränderung, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben?

Mich stören vor allem die austauschbaren Filialisten, die die Atmosphäre zerstören. Die Innenstadt braucht noch ein bis zwei gute größere Textilgeschäfte, um besser mit Kassel und Hannover konkurrieren zu können. Im Großen und Ganzen ist die Innenstadt derzeit „komplett“.

5. Welche Vorteile und Nachteile bietet ein Shopping-Center wie ECE Ihrer Ansicht nach einer Innenstadt wie Göttingen?

Ein Shopping-Center würde das bestehende kleinteilige Gefüge zerstören. Angesichts seiner Größe würde ein solches Center „wie ein Staubsauger“ die Kaufkraft an sich ziehen, d.h. von den anderen Innenstadtgeschäften abziehen. Die GRÜNEN sehen deshalb keine Vorteile in der Ansiedlung eines Shopping-Center.

6. Was wissen Sie über andere Städte, in deren Innenstädten ECE ein Center gebaut hat?

Meines Wissens ging die Ansiedlung eines ECE zu Lasten der Qualität der betroffenen Innenstädte.

7. Wenn Sie das Geld und die Macht hätten, das Stadtbadareal, das Gefängnis und die Staatsanwaltschaft so zu entwickeln, dass es zur Attraktivität der Innenstadt beiträgt, was würden Sie aus allen dreien machen?

Auf dem Stadtbadareal, würden die GRÜNEN gerne ein repräsentatives „Haus der Wissenschaft“ bauen lassen. Hier sollten die zahlreichen wertvollen und sehenswerten Sammlungen der Universität ausgestellt werden und ein Forum für den Diskurs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft geboten werden. Andere Universitätsstädte wie Bremen haben bereits ein solches „Haus der Wissenschaft“. In Braunschweig ist bereits ein solches in Planung. Göttingen darf als Wissenschaftsstandort nicht den Anschluss verlieren.

Im Bereich Gefängnis, Staatsanwaltschaft und Ruhstratareal würden wir altengerechtes und betreutes Wohnen und/oder ein Hotel etablieren. Im Gebäude der Sparkasse wäre der fehlende größere Textiler (siehe Frage 4) gut untergebracht.

8. Wo sehen Sie Möglichkeiten der Neuansiedlung von Betrieben in Göttingen?

Die Erfahrung zeigt, dass Neuansiedlungen schwer zu etablieren sind. In der Regel werden bestehende Betriebe erweitert und räumlich umgesiedelt. Diese Betriebe sind am besten im Industriegebiet Siekhöhe untergebracht, teilweise auch auf dem Zietengelände (wenn dies mit der Wohnbebauung vereinbar ist).

9. Wie können künftig Abwanderungen von Betrieben verhindert werden?

Göttingen muss die sog. weichen Standortfaktoren: Bildung (Schulen, Universität, berufliche Qualifizierung), Naherholung, vielfältige Kulturlandschaft weiterhin auf qualitativ hohen Niveau erhalten und in Teilen sogar noch ausbauen. Diese Standortfaktoren sind wichtig, um qualifiziertes Personal in Göttingen und damit auch die Betriebe zu halten oder neue Betriebe anzusiedeln.

10. Wie stellen Sie sich eine Zusammenarbeit mit der Universität vor? Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass eine solche bisher kaum besteht?

Die Zusammenarbeit sollte intensiver sein als das bisher der Fall ist. Denn Stadt und Universität haben ein gemeinsames Interesse sowohl Wissenschaftler/innen als auch Student/innen nach Göttingen zu holen und sie an die Stadt zu binden.

Die Ursache für die mangelnde Kooperation liegt unter anderem darin begründet, dass sich hier zwei völlig unterschiedliche Organisationen mit unterschiedlichen Strukturen begegnen. In der Universität ist keine wirksame zentrale Steuerung vorhanden. Außerdem erscheint es uns, als müsse dort noch mehr das Bewusstsein für die gegenseitige Abhängigkeit entwickelt werden.